Sealed-Training für Cannes

Der Dunkelmond-Jahrmarkt Cannes nähert sich mit riesigen Schritten und heute ging eine sehr ausgefallene Idee von Cryptozoics europäischem Mitarbeiter Matthias (der übrigens auch Mitglied im Bootcamp L.E. ist) live: Er gründete eine WoW TCG Sealed Center Facebook-Gruppe, in der Spieler Ideen austauschen können, um so bessere Sealed Decks zu bauen. Ein gewiefter Marketing-Trick, um im Vorfeld mehr Buzz für das Event zu generieren und selbstverständlich bin ich auch nicht drum herum gekommen, mir ein paar Gedanken zum Pool zu machen.

Dieser präsentiert sich ausgefallenerweise in reiner Bildform – eine deutlich weniger aufwändige Lösung für die Person, die den Pool online stellt. Leider fällt es dafür dem geneigten Deckbauer etwas schwieriger, die ganzen Karten zuzuordnen und sich zu orientieren. Solltet ihr euch davon nicht abschrecken lassen, so werft einen Blick auf die folgenden Bilder.

Der Pool

Analyse

Solltet ihr bisher noch nicht allzu viele Sealed Events mitgespielt haben, so empfehle ich euch, dieser kleinen Anleitung zu folgen:

  1. Suche nach Bomben
  2. Archetypen-Check
  3. Bestimmen der stärksten Klasse
  4. Bestimmen der stärksten Fraktion
  5. Deckbau

Gehen wir diesen kleinen Leitfaden nun Schritt für Schritt durch.

Suche nach Bomben

Dragonwrath, Tarecgosa's RestEine Karte mit der eingebauten „I WIN!“ Garantie bringt dieser Pool nicht unbedingt mit sich. Höchstens Dragonwrath (Drachenzorn, Tarecgosas letzte Ruhe) ist eine enorm starke Karte, mit der man wohl das ein oder andere Spiel gewinnen könnten sollte. Dafür muss man allerdings auch erstmal Turn 7 sehen und dann noch mindestens eine Fähigkeit in der Hinterhand halten, um im nächsten Turn ordentlich Action machen zu können. Da man im Sealed nicht immer allzu viele Fähigkeiten vorfindet (gerade in diesem Block erscheint das unwahrscheinlich), klingt das nicht nach der aussichtsreichsten Gewinnstrategie, aber wir behalten es mal im Hinterkopf. Leider sind wir damit auch schon mit unserer kleinen Minesweeper-Session durch – mehr astreine Bomben sehe ich nicht.

Archetypen-Check

Jetzt kommt ein etwas spannenderer Teil. Wir halten Ausschau nach Synergien, die uns Zugriff auf einen bestimmten Archetypen ermöglichen. Dies ist mit Sicherheit der schwierigste Schritt für einen weniger erfahrenen Spieler, da die Kenntnis der verschiedenen Archetypen im Set einer kleinen Fleißaufgabe gleich kommt. Ich gebe euch aber mal zwei übertriebene Beispiele an die Hand, die das Prinzip verdeutlichen sollten:

  • MurlocküstenläuferHaben wir 6 Murlocküstenläufer in unserem Pool, so hat man automatisch Zugriff auf Lady Sira’kess, deren Flipp uns die totale Kontrolle über das Spiel ermöglicht
  • Haben wir 3 oder 4 Murlocküstenläufer sowie Monströser Stoß, so bringen wir den Flipp von Todesbringer Kor’ush mit der richtigen Starthand schon im zweiten Zug online, was uns ebenfalls unglaubliche Vorteile verschafft

(Keine Sorge, es gibt auch Archetypen, für die man keine Murlocküstenläufer benötigt.)
In unserem Pool sehe ich 3 Möglichkeiten, zumindest in Ansätzen:

  • Machtwort: Reinheit gemeinsam mit Braeo Dunkelpfote. Zugegeben, die beiden ergeben im Alleingang noch keinen Archetypen, aber wenn wir auch sonst ein halbwegs vernünftiges Allianz Priester Deck zusammen bekommen würden, so wäre das gleich noch ein weiteres Pro-Argument
  • Inferno entfesseln, Grug der Knochenbrecher, Krum’shal, Brogre und Gesichtsloser Beobachter. Sie ermöglichen uns gemeinsam Zugriff auf den extrem spielstarken Flipp von Kriegsherr Grok’thol, den ihr nicht unterschätzen dürft. Mit dem Helden jede Runde für 2 „for free“ rumkommen zu können, dabei die gegnerischen Weenies abzutauschen und mit den eigenen Verbündeten ordentlich Schaden zu machen klingt nach einem sehr guten Gewinnplan! Dazu finden sich im Pool noch weitere Karten, die das Konzept unterstützen
  • 2 Kopien von Prazo Peitschenstich zusammen mit einigen günstigen Flaschen. Sollte man keine mega-erfolgversprechende Strategie im eigenen Pool entdecken, so empfiehlt sich stets der Bau eines aggressiven Decks, das den Gegner einfach überrennt, bevor er seine Bomben auspacken kann. Prazo Peitschenstich kann sehr viel Druck aufbauen, da er das Spielfeld „umsonst“ betreten kann und eignet sich für ein derartiges Deck.

Bestimmen der stärksten Klasse

Lasst besser die Hände von SchurkenOK, wir haben jetzt schon mal im Hinterkopf, dass ein Monster-Schamane und Allianz Priester Potenzial besitzen könnten. Checken wir nun die restlichen Klassenkarten im Pool. Schurke mag für weniger erfahrene Spieler erstmal gut aussehen, doch lasst euch hier gesagt sein, dass der Schurke die Anna Kournikova unter den Throne-Klassen ist. Der sieht sehr oft gut aus, gewinnt aber reichlich wenig (einzig erwähnenswerte Ausnahme ist selbstverständlich Tommi Zappelratsch). So sind beispielsweise die meisten Gifte furchtbar unnütze Karten, da sie das Spielfeld nicht beeinflussen. Wenn euch der gegnerische 6 / 4er Oger jede Runde 6 Schaden rein drückt, so interessiert es euren Gegner reichlich wenig, ob er jede Runde 1 Schaden durch euer Gift einstecken muss…

Ansonsten präsentieren sich auch hier Schamane und Priester stark, was zur Folge haben sollten, dass wir uns jetzt voll und ganz auf diese Klassen konzentrieren.

Bestimmen der stärksten Fraktion

Schauen wir uns zunächst die Monster an und überlegen wir uns, ob diese im Alleingang ein Deck ermöglichen können. Mit immerhin 21 Verbündeten sieht das zunächst nicht so verkehrt aus, allerdings macht unsere Kurve nach Turn 3 einen großen Sturzflug und lässt uns hier stiefmütterlich allein. Ein aggressives Deck müsste es also sein, was angesichts der oben beschriebenen Strategie rund um Kriegsherr Grok’thol nicht mal so verkehrt klingt.

The Battle Is Won, the War Goes OnDie Horde kann hat leider kaum Early Game, doch dies lässt sich durch die vielen günstigen Monster ausgleichen. Über Prazo Peitschenstich habe ich ja schon etwas gesagt, daher sollten hier nun auf jeden Fall noch Zudzo, Herold der Elemente sowie Kromdar, Herold des Krieges näher betrachtet werden. Beide verfügen über sehr starke Machterfüllungs-Effekte, die wir im schlimmsten Fall mit der Quest Die Schlacht ist gewonnen, der Krieg geht weiter zuverlässig nutzen können (unterschätzt Machterfüllung nicht und unterschätzt daher auch diese Quest im Sealed nicht!).
Noch keine klare Meinung bilden konnte ich mir zu Vor’zun. Wenn man selbst gerade am Drücker ist (was sich wiederum gerade in aggressiven Decks häufig erzwingen lässt), so kann er uns eine noch sehr viel vorteilhaftere Board-Position verschaffen. Dafür liegt er anschließend mit 3 / 2 herum und eröffnet unserem Gegner mit JEDEM halbwegs vernünftigen 4 Drop (4 / 4 oder 3 / 5) einen 2 zu 1 Tausch, der den Vorteil, den man mit ihm ursprünglich erarbeitet hat, wieder im Alleingang ausgleicht. Er ist also keine furchtbare Karte, er ist aber auch keine gute Karte und sollte daher nicht überschätzt werden.

Bleibt zuletzt der Blick auf die Allianz. Hier stechen für mich die Beschützer Kalam Schwarzstahl (3 / 3 / 3) und Hainwächter Daviak ins Auge. Letzterer eilt sogar unseren Helden, so dass sie uns bei einer weniger aggressiven Spielweise Vorteile verschaffen können sollten. Ansonsten passt Xuurvis ebenfalls sehr gut in ein Priester-Deck, in dem man über Machtwort: Reinigen seinen Effekt nutzen kann.

Deckbau

Gut, wir sind mit unseren Überlegungen durch und haben jetzt 3 mögliche Decks identifiziert:

  1. Ein aggressives Horde Deck, das man bevorzugt auf Schamane bauen sollte, da man hier Zudzo, Herold der Elemente zuverlässig nutzen kann und mehrere gute Fähigkeiten im Pool hat, die das Konzept unterstützen
  2. Ein Monster Schamanen Deck rund um Kriegsherr Grok’thol, das über den Heldenflipp und Inferno entfesseln gewinnen möchte
  3. Ein Allianz Priester Deck mit kleineren Synergien, das den Gegner kontrollieren und über Drachenzorn, Tarecgosas letzte Ruhe den Sack zu machen will

Kriegsherr Grok'tholSolltet ihr euch nicht 100%ig sicher sein, welches dieser Decks in der Theorie am besten sein sollte, so solltet ihr die Decks einfach schnell zusammen werfen und dann noch mal drauf sehen. Dann wird sich sehr schnell offenbaren, ob das Monster Verbündeten-Line Up beispielsweise „zu dünn“ ist, um ein Deck rund um Kriegsherr Grok’thol zu ermöglichen.

Ich werde die Listen jetzt nicht zusammen werfen, da es euch ab diesem Zeitpunkt eigentlich sehr einfach fallen sollte, die fertigen Decks zu bauen. Ihr wisst, welche Synergien ihr unbedingt ins Deck nehmen solltet und ihr solltet 6 – 7 Quests spielen (darunter immer beide Rettet den Erdsprecher!, Die Saat ihres Untergangs und häufig noch Die Erweckung der Bestie). Anschließend gilt es nur noch, die besten Verbündeten für das jeweilige Deck zu rekrutieren und schon seid ihr quasi durch.

Gerne könnt ihr auch mal eure Listen posten und ich werfe dann noch mal einen Blick darauf. Ansonsten sehen wir uns hoffentlich in Cannes!

Kommentare auf Facebook

Kommentar(e)

Einen Kommentar schreiben