Der Glücksfaktor in Kartenspielen

Ich bin mir ziemlich sicher, dass sich nahezu jeder unserer Besucher schon einmal an irgendeinem Kartenspiel versucht hat. Etwas anders sieht es aus, sobald wir die Frage etwas konkretisieren und nach anderen Kartenspielen als dem WoW TCG fragen. Gerade im Bereich von Kartenspielen, die weltweit nicht nur Hobby-, sondern auch echte Profi-Spieler anziehen, wie Poker. Klar, gespielt haben auch dieses Spiel schon viele, aber gemeistert? Dabei gibt es eine große Gemeinsamkeit mit dem WoW TCG, Magic oder im Grunde jedem anderen Sammelkartenspiel: Den Glücksfaktor. Und zu diesem möchte ich heute noch einige Worte verlieren.

Natürlich hat jeder Mensch, unabhängig vom gespielten Spiel, das Ziel – vielleicht auch nur unterbewusst – zu gewinnen. Grund genug, einmal der Sache auf den Grund zu gehen, wie die Chancen eines jeden Individuums konkret auf unsere Kartenspiele bezogen aussehen. Ist bei einem TCG wirklich alles nur Glück oder spielen auch andere Faktoren eine Rolle? Viele Leute denken beispielsweise, dass es insbesondere bei Kartenspielen, wie Blackjack oder Poker ausschließlich vom Glück bzw. Pech abhängt, ob man nun gewinnt oder verliert.

War es Glück, dass Jörg in Husam gezogen hatte?Eine andere Definition von Glück bei Kartenspielen wäre die folgende Sichtweise: Gewinn und Verlust hängen ausschließlich vom Zufall ab. Aber entspricht dies wirklich den Tatsachen? Gibt es keine Weise, um das Glück auszuspielen und eine Art Strategie bei denjenigen Kartenspielen anzuwenden, bei denen man ab und an eine Karte ziehen muss, die entweder gut oder schlecht für das eigene Spiel ist? Anhand eines konkreten Beispiels: Hätte Jörg in unserem DM 2012 Finale besser gezogen, hätte er gewonnen?

Die Antwort liegt in der Spielweise über einen längeren Zeitraum. Der normale Durchschnittsspieler oder Gelegenheitsspieler hat keine Langzeitstrategie, er spielt nur, um zu spielen und sieht dabei nicht die Chancen und durchschnittlichen Ergebnisse, um auf diesen basierend einen entsprechenden Spielplan zu entwickeln. Eine Strategie, die nicht nur ein oder zwei Versuche betrifft, aber im Gegenteil eine Vielzahl von Ergebnissen in Betracht zieht, um daraus die Wahrscheinlichkeiten zum Gewinn zu erhöhen.

Professionelle Spieler, die über einen längeren Zeitraum erfolgreich sind, wissen das sehr genau und für sie ist der Begriff Glück sicherlich nicht das passende Wort. Sie basieren ihren Erfolg auf einer mathematischen und logischen Strategie und nutzen die Unerfahrenheit der „normalen“ Glücksspieler auch gerne einmal für sich aus.

Wer Geduld beweist, wird über die Dauer eines Turniers Gewinn erspielen!Je höher die Anzahl der Versuche ist, desto mehr steigen die Gewinnchancen, das heißt also, es gilt, die richtige Spielweise in der passenden Situation zu wählen und auf Dauer stellt sich der Gewinn ein – oder noch besser gesagt: Muss der Gewinn kommen. Da es sich also mathematisch gesehen nicht um Zufall bei der professionellen Kartenspielstrategie handelt, kann man nur bedingt von Glück sprechen. Schon der Mathematikunterricht der höheren Stufen gibt uns einen Einblick in die Stochastik. Genau um diese Mathematik handelt es sich in einer Situation, in der man eine Karte ziehen muss, die über den weiteren Spielverlauf entscheiden kann.

Als Fazit soll also gelten: das Glück ist in bestimmtem Maße “vorhersehbar” oder berechenbar. So anstrengend es klingt, es kann sich lohnen, ab und an die grauen Zellen wieder zu aktivieren und ein bißchen Kopfrechnen zu versuchen.

P.S.: Wie viel Glück unser Member Nebulak auf seinem ersten Darkmoon Faire hatte werdet ihr übrigens noch im Laufe der Woche erfahren!

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