Entstehung des Berliner Bootcamps

Heute möchte ich euch einen kleinen Einblick in das Berliner Bootcamp verschaffen. Wir ihr bestimmt schon wisst, hat das Bootcamp L.E. ein Projekt gestartet und unterstützt nun auch andere Communities. Die Auswahl fiel dabei zunächst auf Berlin und ich werde euch im Folgenden erklären, wie es dazu gekommen ist:

Die Berliner WoW-Community war in früheren Zeiten groß und zahlreich. Dennoch gab es leider vereinzelt ein paar Spieler, die nur für sich gespielt haben; es war also keine wirkliche Community, sondern eine Ansammlung von Spielern, die sich zum Battleground oder anderen Events getroffen haben. Genau aus diesem Grund ist die Berliner Community auch Stück für Stück zerbröckelt. Es gab niemanden, der sich um sie gekümmert hat.
Der Andere Spieleladen in BerlinDa Berlin eine große Stadt ist, verteilten sich die ganzen Spieler auf rund 4 Läden, während der Rest nach und nach aufhörte, zu spielen. Ich persönlich ging erst später in die Läden und entdeckte das WoW TCG für mich vollkommen neu. Ich sah, wie eine kleine Spielergruppe von ca. 3 – 4 Leuten jede Woche einen Raid spielte, das war es dann aber auch schon. Ich gesellte mich zu ihnen und erkundigte mich, wie es denn mit den Spielern hier in Berlin aussieht. Mir wurde der Andere Spieleladen in der Prenzlauer Allee empfohlen und prompt bin ich auch hingefahren. Dort waren schon wesentlich mehr Spieler anzutreffen, doch diese spielten auch auf einer ganz anderen Ebene. Zwar hielt ich mich dort eine ganze Weile auf, allerdings wurden es nach einiger Zeit immer weniger Spieler.

Nach dem Lizenzverlust

Nachdem Upper Deck die Lizenz für das Spiel verlor, hingen nahezu alle aktiven Spieler das TCG an den Nagel, da sie nicht an die Zukunft des Spiels glaubten. Gleichzeitig ist das auch der Punkt, an dem ich aktiv wurde. Ich nahm mir vor, Spieler zu finden, die das Spiel weiterhin aktiv spielen würden – immerhin wollte ich mein Hobby nicht wegen eines wechselnden Distributors aufgeben. Daher fragte ich all meine Freunde, ob sie nicht zusammen mit mir im Laden spielen wollen würden, da es dort ab und an auch tolle Preise zu gewinnen gibt. Außerdem trifft man andere coole Leute, mit denen man zocken und tauschen kann.

Auf diese Weise konnte ich bereits einige Spieler überzeugen und man traf sie sogar regelmäßig an. Nach und nach kamen dann weitere Interessierte in den Laden und erkundigten sich nach dem Spiel. Ich erklärte es ihnen und gab ihnen Demos. In einem anderen Laden, dem Hachtenberg, versuchte ich wiederum den Ladenbesitzer zu überzeugen, Battleground-Kits zu bestellen.

Im Hachtenberg ist nach wie vor so einiges los!Nach einiger Zeit konnte ich so um die 6 – 7 Spieler im Hachtenberg sowie im Anderen Spieleladen etablieren. Bei dieser Zahl blieb es dann auch eine ganze Weile, bis ich auf das Bootcamp L.E. gestoßen bin. Ich hatte die Banner von ihnen zuvor nur in Foren wahrgenommen und mir gedacht, es handle sich um „ein ganz normales Team“. Als ich dann aber hörte, dass sie auf der Buchmesse Community-Arbeit machen würden, eine eigene Webseite haben und gemeinsam auf Events fahren, fing ich an, eine Bewerbung zu schreiben.

Dominic empfahl sich bereits auf der Buchmesse Leipzig und unterstützte dort das Bootcamp L.E.Sie wollten mich kennenlernen und die Leipziger Buchmesse war der ideale Treffpunkt, um das weitere Vorgehen zu besprechen. Das Bootcamp hatte dort einen eigenen Stand (gemeinsam mit dem City Comics), wo sie Demos gaben und den Leuten den Spaß am Spiel vermittelten. Ich erklärte mich bereit, bei den Demoarbeiten mitzuwirken und tat das dann auch gleich.
Und ich war voll in meinem Element! Nicht nur mir bereitete es Freude, nein, auch die Leute, denen ich das Spiel beigebracht hatte, verließen den Tisch immer mit einem Lächeln. So trug ich einen Teil dazu bei, neue Spieler für die Leipziger Community zu gewinnen. Daraufhin dachte ich mir nur: „Das möchte ich auch!“

Community-Arbeit in Berlin

Ich verbrachte ein fantastisches Wochenende in Leipzig und begann mit vollkommen neuer Motivation mit der Community-Arbeit in Berlin. Wenige Wochen später wurde verkündet, dass das Bootcamp andere Communities unterstützen würde und deshalb das Projekt „Team Bootcamp Berlin“ gestartet werden würde. Meine Wenigkeit sollte das Team leiten, zusammen mit zwei weiteren Teamleitern. Ich war überwältigt und begeistert und betrieb noch intensivere Community-Arbeit. Wir haben Member aufgenommen, wir haben für den Laden Werbung gemacht, Demos gegeben und und und…

Das damalige Bootcamp Berlin auf dem DMF Köln!Jetzt, noch nicht mal ein ganzes Jahr später, kann ich bereits sagen, dass wir einiges erreicht haben. Wir haben als Team bereits 2 Darkmoon Faires besucht und dort erfolgreich gespielt. Wir haben ein äußerst erfolgreiches Chase the Can mit 17 Teilnehmern und über 170 (!) Dosen zelebrieren können. Unsere Battlegrounds werden in der Regel von 12 – 13 Spielern gut besucht und das Potenzial ist immer noch nicht ausgeschöpft.
Unser Team zählt mittlerweile 12 Member und es kommen immer noch Bewerbungen rein. Ich blicke daher zuversichtlich sowohl mit dem Bootcamp Berlin als auch mit dem Bootcamp L.E. in die Zukunft und hoffe auch weiterhin auf eine tolle Zusammenarbeit! Ich freue mich auf die kommenden Events, wie der Sneak in Berlin, den Darkmoon Faires, dem Triple Play in Leipzig oder einem erneuten Besuch auf der Buchmesse!

Nächstes Mal werde ich euch ein paar Member aus dem Team vorstellen und euch erzählen, welche Fehler wir gemacht haben und was wir daraus gelernt / gemacht haben.

Ich bedanke mich für eure Aufmerksamkeit!

Dome_

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Kommentar(e)

6 Antworten : “Entstehung des Berliner Bootcamps”

  1. Also an sich ist es ein ganz netter Artikel. Einen großen Teil zum Auflösen der Community hat damals übrigens auch beigetragen, dass von den zahlreichen Läden in Berlin keiner mit dem anderen kommuniziert hat und so wichtige Events auch gerne mal gleichzeitig stattgefunden haben. Ein weiteres Problem, das heute noch besteht, sind die fehlenden competitive Spieler, die nach und nach aufgehört haben. Damals ist man noch nach L.E. oder Hamburg gefahren, sogar um eine zusätzliche Sneak mitzunehmen, heute lässt sich kaum einer motivieren. Die Bootcamp Berlin Community mag relativ groß sein und so wie du das managest mag das auch super gut für das BC sein. Ich betrachte das ganze etwas größer und allgemeiner und da muss ich sagen, ohne dich oder euch persönlich angreifen zu wollen, leistet das BC Berlin relativ schlechte Arbeit. Von relativ wichtigen Turnieren, wie qualifier oder chase the can erfährt man nur auf nachfrage, wenn man regelmäßig im Laden ist oder kurz vorher in der Wochenplanung. Im Form von warcraft-tcg, da wo sich nunmal die Community tummelt und man auch mal auswertige nach Berlin bringen könnte liest man nichts. Hinzu kommt dann noch, dass alles so oder so innerhalb der Woche stattfindet, so dass eine Anreise völlig ausgeschlossen ist.
    Lange Rede kurzer Sinn: Wenn man dem BC Berlin angehört, ist man ganz gut aufgehoben, der Beitritt macht aber meines Erachtens nach nur Sinn, wenn man viel im Laden sein kann und nicht gerade auf der Suche ist, um in der competitive Szene aktiv zu sein.
    Ich möchte abschließend anmerken, dass ich das BC Berlin an sich nicht schlecht machen möchte und auch nicht sagen möchte, dass du in irgendeiner Form einen schlechten Job machst, ich sehe nur immer die WoW-TCG Community als Gesamtes und da besteht nachholbedarf, vorausgesetzt man möchte etwas für die Community tun und nicht nur fürs Team.

    Just my honest opinion.

    • Hey Kevin,
      ich finde es gut, dass du auch mal einen Missstand ansprichst. Ich kann gut nachvollziehen, was du meinst. Ich kann jetzt ehrlich gesagt keinem einen Vorwurf machen, dass man nicht mit nach Cannes will (der Trip ist eben etwas aufwändiger – allerdings habe ich Flug und Unterkunft für rund 200,- € bekommen und ich finde das sehr günstig!), aber ich war ebenfalls etwas enttäuscht, dass der Rest der Berliner nicht zur Worlds gegangen ist – wenn sie doch schon mal in Europa ist…

      Nun ja, das große Problem scheint hier einfach die Kohle zu sein. Ich kenne wirklich keinen Berliner Spieler, der keine größeren Einschnitte machen muss, wenn er mal irgendwie auf ein größeres Event fahren möchte. Und irgendwie kann’s das ja auch nicht sein, weil es müsste schon einfach so mal „drin sein“, ein größeres Event zu besuchen ohne dass man sich direkt Sorgen machen muss, wie man jetzt die Miete aufbringt oder so…

      Ansonsten kann ich auch dem von dir und grobi angesprochenen Punkt mit der geringeren Aktivität auf Warcraft-TCG.de zustimmen. Ich selbst finde das auch nicht allzu gut, weil es nach außen hin den Eindruck verbreitet, das beim WoW TCG nichts mehr geht. Und das, obwohl das ja eigentlich überhaupt nicht stimmt.
      Nur hat halt ein Teamforum auch wieder seine Vorteile, daher möchte ich den Leuten gar keinen Vorwurf machen, dass sie sich dort austauschen.

      Ich weiß nicht genau, wie man das Problem beheben kann, aber IMO würde es auch helfen, wenn der Distributor dort mal ein paar Events und News ankündigt und den Leuten so auch ein wenig Gesprächsstoff mit an die Hand gibt.

  2. Ich find es super, dass ihr auf lokaler Ebene neue Spieler dazu gewinnt und auch als Team auf Events fahrt.
    Wie mein Vorredner schon anmerkte, wär es auch gut, wenn ihr euch evtl. auch ausserhalb eurer Gruppe für die Community engagiert – und da finde ich auch warcraft-tcg.de als aktuell zentrales organ am besten geeignet.
    Ich schreibe dort ja aktuell gezielt Artikle für Einsteiger, die aber auch für Turnierspieler hilfreich sein können, bzw. die Einsteiger zu Turnierspielern machen könnten…
    Ich persönlich vertrete die Meinung, das viel Rummel auch immer mehr Leute anzieht, deswegen ist jeder Kommentar oder Diskussionsbeitrag (egal wie qualitativ hochwertig) gut für das Spiel, dementsprechend fänd ich es super wenn ihr als Gruppe auch mehr nach außen tragt.

  3. Hey,

    danke erstmal für die konstruktive Kritik und dem ganzen Lob. Ich fang einfach mal an, die ganzen Kommentare zu beantworten und Gründe zu nennen, warum das so ist.
    Wie Kevin schon richtig angemerkt hat ist damals auch die Community auseinander gebrochen, weil die Läden keinen Kontakt untereinander hatten. Heute bin ich quasi der „vermittler“ der beiden Läden. Ich pendel zwischen dem anderen Spieleladen und Dem Hachtenberg und schaue, was los ist, damit Events zum Beispiel nicht am selben Tag stattfinden. Das Events unter der Woche Stattfinden hat folgendes Problem. Ich bin ein Mensch, der mit vielen Leuten arbeitet und spielt. Unter der Woche haben die meisten Leute eben Zeit, solche Events zu spielen. Am Wochenende müssen einige Arbeiten, der andere bleibt Zuhause und verbringt die Tage mit der Familie und der andere hat ein Handballspiel. Ich suche mir deswegen immer die Knotenpunkte, woe die meisten Spieler können, auch das ist nichts gegen dich Kevin, aber ich verstehe deinen Punkt, aber ich denke, ich konnte dir auch meinen/unseren Punkt klar machen.
    Zudem hat der Hachtenberg am Samstag nur Kurz auf und der Andere SPieleladen verlegt Events manchmal auch auf einen Battleground-Tag, da eben dort die meisten Spieler sind.

    Competetive Spieler fehlen, das Stimmt. Aber wir sind auch noch nicht Alt. Viele haben erst einen, höchstens zwei Darkmoonfaires mitgespielt und waren sich auch noch nicht sicher, welches Deck usw. Ich bin dabei, die Leute jetzt Spielverständnis zu lehren und teste mit ihnen vieles, damit sice dann immer besser werden. Wir draften öfters, bauen gute Decks nach und testen sie gegen verschiedene Matchups. Klar sind wir noch nicht Competetive, aber das kann alles noch werden. Ein anderer Punkt ist, dass wir eher Lokal bleiben, weil den meisten schlichtweg das Geld fehlt. Einige sind noch Schüler, andere wollen oder können dafür kein Geld ausgeben, andere sind durch Jobs und andere Sachen knapp bemessen. Ich hoffe auch das bekommt man in den Griff und das BC kann in diesem Jahr einiges an Events mitnehmen ;). Aber auch hier meine Devise: ich möchte nichts überstürzen oder irgendwelche Member belasten, weil sie die Reise nicht bezahlen können.

    Nach Außenhin leisten wir schlechte Arbeit. Ich finde das ist ansichtssache. Wenn man zum Beispiel hört, dass iM Saarland (Hallo Crazycooker!) hört, dass nach dem BC gefragt wird und geschaut wird, was die Berliner so machen, so ist dein Argumentt teils wiederlegt. Andererseits muss ich dir auch recht geben und sagen, dass es einige Defizite in Sachen Planung gibt. Ich finde, die Wochenplaunung ist okay so, aber ziemlich Kurzfristig. Ich habe mir deshalb einen Plan ausgedacht, der wiefolgt aussieht: EIn Quartalsplan erstellen. Das erleichtert den Überblick und man ist rechtzeitig informiert. Das wird bei mir als nächstes in Angriff genommen. Danke Euch nochmal, für die Kritik. Auch werde ich versuchen, aktiver bei Warcraft-TCG zu werden, aber langsam, das muss sich erstmal etablieren.Ansonsten bin ich stark dabei, einiges zu ändern, u.a. mal Events zu veranstalten, die Samstags stattfinden, damit auch alle Berliner mal was davon haben 🙂
    Auch werd ich mehr auf die Leute außerhalb des Teams noch mehr betrücksichtigen. Nochmals Danke Kevin an dieser Stelle.

    Zu Soul muss ich sagenm, dass er in allen Punkten rechtbehält. Klar ist es Schade, dass wir es nicht zu den Worlds geschafft haben, aber auch hier lagen andere Probleme im vordergrund. Mehr gibt es eigentlich zu seinem Komentar nicht zu sagen, das Ganze kann ich einfach so mal stehen lassen.

    Auch Danke an Grobi für das Lob und die Kritik, auch hier ist meine Antwort, dass ich demnächst mehr anfangen werde, etwas für warcraft tcg zu machen, bisher hab ich eben den Laden oder diese Seite genutzt. Vielen Dank.

    Unterm Strich lässt sich sagen, dass eben nicht alles schlecht ist und wir auch für einige Sachen schlichtweg nichts können. Aber Problembereiche, die sich erleidgen lassen und sich verkleinern lassen werden selbverständlich in Angriff genommen.

    ich bedanke mich für Eure Aufmerksamkeit

    dome_

    • Ich meinte gar nicht zwingend, dass du/ihr für warcraft-tcg.de artikel oder ähnliches schreiben sollt – dass ist natürlich auch gut – es ging mir viel mehr darum, dass ihr dort auch Artikel kommentiert und euch in Forendiskussionen einbringt.
      Ich denke davon haben dann alle etwas: ihr könnt euer Level anheben und Wissenszuwachs in Bezug aufs TCG verzeichnen und gleichzeitig bekommt das TCG Bundesweit mehr Aufmerksamkeit durch einen Schneeballeffekt.
      Denn nur wenn man über das Spiel viel reflektiert, kann man besser werden – und ein Feedback zur eigenen Reflexionsfähigkeit bietet eben zB ein aktives Forum mit möglichst vielen externen Nutzern – denn intern schaltet man sich schnell gleich…

      bleibt am Ball

      grobi

  4. Schade das du meinen Kommentar überlesen und mich so ganz rausgelassen hast. Vieles ist jedoch von den anderen Schreibern bereits gesagt wurden. Es muss gar nicht eine Quartalsplanung her. Vielmehr sollten Events zwei, drei Wodchen vorher auf einer offiziell zugänglichen Website veröffentlicht werden. Das würde auch mehr Spieler in den Laden locken und auf WoW TCG aufmerksam machen.
    Im ASL könnte eigentlich mehr los sein. Da spielen verhältnismässig wenig Spieler.
    Forendiskussionen bringen nicht immer etwas. Klar erreicht man Aufmerksamkeit. Aber ob man damit Leute in die Läden lockt?

    MfG
    René

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