Turnierbericht Dunkelmond-Jahrmarkt Cannes

Wir befinden uns gerade über den Wolken, während ich diese Zeilen tippe, da wir mittlerweile die Rückreise vom Dunkelmond-Jahrmarkt Cannes angetreten sind. Die vergangenen 4 Tage vergingen wie im Flug (Wortwitz!), da wir wieder einmal jede Menge Spaß hatten und uns entsprechend gut gelaunt auf die Heimreise begaben.

Unser verlängertes Wochenende begann aus Spielersicht mit dem Team Event am Freitag, bei dem das aus Christian, Jörg und Oli bestehende „Team Bootcamp L.E.“ eine durchwachsene 3 – 2 Performance hin legte. Angesichts des Mangels an Qualität in unserem Pool ging das für uns vollkommen in Ordnung. Am Ende reichte es dank fantastischer Tie-Breaker überraschend für den fünften Platz, so dass wir sogar noch ein wenig Loot abgreifen konnten: 3 El Pollo Grande für’s Team und somit der erste Schritt in Richtung Refinanzierung des Trips. Solltet ihr also demnächst ein paar leuchtende Hühner auf eBay finden, die nach neuen Besitzern suchen, so wundert euch nicht und schlagt zu!
Ebenfalls erwähnen müssen wir an dieser Stelle, dass auch unser fleißigster Globetrotter Lukas am Start war und sogar noch 2 weitere seiner Landsmänner mitgebracht hatte! Leider reichte es auch für sein Team nicht für eine bessere Platzierung, doch auch die Jungs hatten viel Spaß!

Das Main Event

Teambesprechung vor Start des Main Events!Samstag mussten wir dann ein zweites Mal früh aus den Federn, denn nun stand endlich das Main Event auf dem Programm: Der Dunkelmond-Jahrmarkt. Oli hatte wohl mit gleich 3 spielbaren Rares den besten Pool des Teams am Start und hoffte darauf, dass ihn Shroud of the Archmage, Gobbler and Thadrus, Shield of Teldrassil durch das Event tragen würden. Jörg hatte einen sehr durchschnittlichen Pool, doch immerhin erlaubte er es ihm, ein extrem aggressives Deck zu bauen – wie ihr ja spätestens seit unserem Sealed-Trainings-Artikel wisst, sollte man stets ein aggressives Deck bauen, falls man selbst auf keine heftigen Spoiler zurückgreifen kann. Christians Deck wiederum sah auch nicht schlecht aus, doch bei ihm überwog die Enttäuschung, den mit Abstand besten Pool des Events geöffnet und abgegeben zu haben; an keinen Geringeren als Jeffrey Verwoerd! Dank Mazu’kon, Alana UND Sorrow’s End hatten wir kaum Zweifel daran, dass wir unseren holländischen Freund in den Tops wiedersehen dürften.

Oli hatte zwar einen soliden Auftakt, den ihr auch in seinem Feature Match verfolgen könnt, allerdings folgte direkt eine Niederlage in Runde 2. Jörg und Christian blieben zwar zunächst auf Kurs, doch auch sie mussten im Laufe des Events Rückschläge einstecken.
Jörg verlor in der vorletzten Runde gegen Pierre Malherbaud und benötigte einen Sieg im letzten Spiel, um noch Chancen auf die Tops zu haben. Ironischerweise spielte hingegen Oli in der letzten Runde gegen Pierre, so dass dem Team sowohl eine Niederlage als auch ein Sieg half – immerhin war Oli nach seinem Comeback auf 5 – 1 geklettert, so dass er bereits in den Tops stehen sollte. Leider hatte er in einer der vorangegangenen Runden gegen Lukas ran gemusst, den er somit quasi aus dem Turnier kickte. Da müssen wir zukünftig noch mal mit der Tracker-Software oder dem Scorekeeper reden, damit derartige Partien erst im Finale zustande kommen.

Christian hatte trotz hervorragenden Spiels die Tops knapp verpasstChristian musste die Enttäuschung hinnehmen, nur 4 – 3 aus den Vorrunden vorzugehen und die Tops erneut um einen Sieg zu verpassen, doch dafür entschädigten Olis und Jörgs 9ter und 10ter Platz das Team. Ihr dürft uns nach dem Wochenende in jedem Fall zu den Fans der Umstellung auf Top 16 betrachten, auch wenn es zugegebenermaßen etwas seltsam ist, dass im Finale zwei Decks, die aus verschiedenen Pools hervorgingen, gegeneinander antraten!

Die Tops

Jörg hatte ein glückliches Händchen im Draft und durfte sich angesichts eines aggressiven Hexenmeister-Decks mit einer hervorragenden Kurve sowie Dulvar als heftigen Spoiler berechtigte Hoffnungen auf den Gesamtsieg machen. Zumindest der Einzug ins Semifinale schien relativ gesichert zu sein, doch da hatten wir leider nicht Stuart Wright auf dem Plan.
Jörg startete gut gelaunt in die Top 8!Jörgs Achtelfinalgegner hatte sich ein sehr krankes Krieger-Deck zusammen gepickt, das mit gleich 3 (!) Baxtan (sowie 2 unangreifbaren Thespius Bloodblaze) kaum Mühen hatte, gegnerische Angriffsbemühungen im Keim zu ersticken. Dazu kamen 3 Brutal Strike, die jeden noch so großen angeschossenen gegnerischen Verbündeten vom Feld nehmen konnten – selten konnte ein Dulvar so wenig ausrichten wie in diesen Spielen. Haben wir eine hervorragende Quest-Base sowie die 30 Gesundheit des Kriegers erwähnt, die Stuart immer den einen Extrazug kaufen konnten, der ihm anders das Spiel gekostet hätte? Kurzum: Jörg hatte überraschend früh seinen Meister gefunden und wurde aus dem Event eliminiert.

Oli hingegen hatte sich vor dem Draft vorgenommen, die häufig vernachlässigte Allianz genauer zu beobachten. Darüber hinaus liebäugelte er mit Druiden, Hexenmeistern und Schamanen als bevorzugten Klassen. Sein First Pick von Vampiric Siphon warf diesen Plan dann direkt über Bord, denn wie ihr mit Sicherheit wisst, rockt der Todesritter auf Horde-Seite dank des fantastischen Flips ordentlich das Haus.
Oli hatte gut Lachen!Mit dem Second und Third Pick holte sich Oli noch Jadefire Trickster ins Boot, die als Grundlage für eine extrem aggressive Strategie dienten (Turn 2 Ghoul, Turn 3 Trickster bringt viele Gegner in arge Bedrängnis – insbesondere dann, wenn man selbst den Würfelwurf gewinnt und on the play ist). Nachdem der erste Booster zwischenzeitlich gar nicht den Eindruck machte, dass Horde die richtige Wahl war, wurden aggressive Quests, wie If You’re Not Against Us… gepickt, um das Deckkonzept schon hier weiter zu forcieren. Ebenfalls gut: Overwhelm ging um den Tisch, wie von Oli erhofft, so dass er mit ein paar weiteren Ghoul-Unterstützungskarten auch eine Möglichkeit haben würde, länger dauernde Spiele zu gewinnen.

Im zweiten Booster stellte direkt der First Pick eine riesige Frage: Buldrug oder Hadrack. Nach einigem Hin und Her wurde es schließlich der Monster-Verbündete, so dass auch die Frage nach der Fraktion endgültig beantwortet war. Es kamen weitere gute Verbündete und ein ca. 4. – 6. Pick von Death’s Duo! Dieser verdeutlichte, dass das Forcieren des Todesritters ebenfalls eine gute Entscheidung war und so langsam fielen die Puzzleteile zusammen und ergaben ein fertiges Deck.
Gleich 2 Moro Wildmesa würden es den beiden Hesawa Stormwalker erlauben, auch stärkere gegnerische Verbündete abzutauschen und die aggressive Strategie weiter unterstützen. Im letzten Booster kamen dann endlich mal viele Hordler, dazu gesellte sich ein weiteres Death’s Duo und so entstand ein solides Deck.
Die finale Deckliste findet ihr wie auch die von Stuart und den anderen Top 4 Spielern auf WoWTCG.com.

Nach selbstverschuldetem Game Loss im ersten Spiel musste erneut ein Comeback für Oli her!Ein gewonnener Würfelwurf im Achtelfinale erlaubte es Oli, den Europameister Mark McKiernan aus dem Turnier zu werfen. Kurioserweise erhielt er in Spiel 1 durch seinen eigenen Fehler ein Game Loss, als er seinen Gegner missverstand und dachte, er hätte seinen Zug abgegeben. Der anschließende Extra Draw resultierte in der korrekten Strafe durch die Judges, doch das hielt Oli nicht davon ab, das zweite Spiel relativ klar heim zu holen und im dritten Spiel die Initiative zu klauen!

Dann musste Oli erneut gegen Henriette ran, die er bereits in den Vorrunden als Gegnerin hatte. Ein weiterer gewonnener Würfelwurf hätte es Oli im ersten Spiel wohl erlaubt, das Tempo zu diktieren, wenn da nicht Henriettes zahlreiche günstige Removals gewesen wären. Neben Flame Lance war auch ein Frost Blast am Start, so dass die vermeintlichen Bedrohungen schnell in Staub und Asche verwandelt wurden.
Nach gefühlten 30 Zügen zog Oli endlich in das erste Death’s Duo bei liegendem Overwhelm, gerade als sich Henriette die Kontrolle über das Feld mit 3 kleinen Verbündeten gesichert hatte. Diese sahen sich plötzlich der Bedrohung von 3 Ghoulen gegenüber, wobei lediglich 2 abgetauscht werden konnten. Henriette fand auch bei ihrer aufgezogenen Karte keine Antwort auf die kleine Ghoul-Armee und versuchte nun über Schaden zu gewinnen. Oli ging im Folgezug traden, es wurde erneut ein Ghoul dupliziert, dann kam sogar noch das zweite Death’s Duo von oben nach und damit war das Spiel ein weiteres Mal gedreht, diesmal sogar endgültig!

Henriette zerlegte Oli im zweiten Spiel!Im zweiten Game bewies Henriette, was wirklich in ihrem Deck steckte denn bei eigener Initiative hatte sie überhaupt keine Mühe, Oli zu zerlegen. Der Sieg im letzten Game musste also her.

Diesmal kam zwar kein Overwhelm, doch nach ein paar vorteilhaften Tauschaktionen auf dem Spielfeld und Vampiric Siphon hatte Oli hier deutlich weniger Probleme, um das Ding heim zu holen! Das gesamte Spiel in noch mehr Ausführlichkeit findet ihr ebenfalls in der offiziellen Coverage, doch die kleine Zusammenfassung sollte euch schon einen guten Eindruck verschaffen.

Oli hatte viel Spaß im Spiel gegen Duncan!Das „Finale im eigenen Draftpool“ stand an, in dem Oli gegen Duncan ran musste. Leider hatte Duncan noch mehr Würfelglück als Oli, so dass der Camper erstmals im Draft nicht starten durfte. Trotzdem gelang es ihm im ersten Spiel, die Kontrolle auf dem Spielfeld an sich zu reißen. Duncan hatte zwar Chakra auf dem Feld, doch die verbesserte Heilung wirkte zunächst nur wie eine Verzögerung des Unausweichlichen. Oli löste an einem Punkt If You’re Not Against Us… und als Duncan bei 0 Schaden auf seinem Helden dank erneuter Heilung sagte: „You may draw“, hätte Oli etwas stutziger werden müssen. Wurde er aber nicht, er questete einen Zug später noch mal, dafür hatte er nun aber auch tödlichen Schaden auf dem Board. Duncan zählte Olis Deck und aktivierte Boundless Shadows in seinem Folgezug, so dass Olis Verbündete nicht mehr zuschlagen konnten und sich Duncan einen Turn vor seinem sicheren Tod den Sieg erschlich.

Game 2 hatte Oli Initiative und legte furios los. Duncan hatte hier kaum Möglichkeiten, das Tempo zu verlangsamen dank der soliden Curve von Oli und auch wenn sich der Schotte erneut auf viele Ressourcen stallen konnte, reichte es nicht für’s Deck Out. Damit also der Ausgleich für Oli.

Im letzten Spiel konnte sich Oli nach einigen Runden die Kontrolle auf dem Spielfeld sichern. Dort lag aktuell nur sein eigener 4 Drop Amano. Bei 6 Ressourcen und der Handkarte Hesawa Stormwalker musste Oli nun eine schwerwiegende Entscheidung treffen. Sollte er The Culmination of our Efforts lösen, um die noch aggressiveren Buldrug oder Jadefire Trickster zu lösen oder nicht? Im Worst Case könnte er immer noch einen schlechten Ally nehmen und ihn in die Ressourcenreihe legen können, so dass sein 3 Drop immer noch ausgespielt werden könnte.
Zwar fand Oli einen Jadefire Trickster, doch hätte Oli „Quest“ angesagt und sich Reoccupation auf die Hand geholt, wäre das Spiel entschieden gewesen. So landete die rein geboardete Quest, die die absolute Antikarte zu Duncans Deck Out Strategie war, unter Olis Deck.

Zwar gelang es ihm erneut, Duncan ein Feld hin zu legen, bei dem im Folgezug tödlicher Schaden hinzugefügt werden würde, doch Duncan konnte sich mittels Graben Boundless Shadows aufs Deck legen. Er spielte die Eternal-Karte und holte sich so den Sieg in einem für Zuschauer sagenhaften Spiel, das leider aus Bootcamp-Sicht den falschen Gewinner hatte. Damit ist Oli zum zweiten Mal in Folge gegen Duncan im Halbfinale ausgeschieden und beide Male hätte er mit einem etwas besseren Play das Spiel gewinnen können. Es wird wohl noch etwas dauern, bis er wirklich über die Niederlagen hinweg ist…

Christian rundete den sowieso schon erfolgreichen Tag mit dem Gewinn eines iPod Nanos ab, so dass die erspielten Preise mittlerweile einen vierstelligen Betrag einbringen sollten! Damit war auch der Trip in etwa refinanziert!

Das bunte Rahmenprogramm

So viel zum Turnierverlauf selbst, nur noch ein paar Worte zu den Abenden, die wie so oft das heimliche Highlight des Trips waren. Unsere gebuchte Unterkunft, das Suite Affaire (was übrigens super klingt, wenn man es einem Amerikaner vorspricht – er versteht da mitunter schon mal „sweet affaire“) stellte sich als Glücksgriff heraus, bei dem die Bilder auf der Booking.com-Seite nicht irgendwie großartig frisiert waren, nein, die Appartments waren wirklich so hübsch! Entsprechend feierten wir auch gleich mehrere Tage „Hausparties“, die jede Menge Freude bereiteten ohne sich großartig auf den Geldbeutel auszuwirken.

Am letzten Abend wurde gemeinsam mit Freunden aus den Niederlanden, Großbritannien, Belgien, den USA sowie ein paar weiteren Ländern ordentlich abgefeiert. Zunächst ging es hier in das „Beef House“ (am Place Gambetta), in dem wir wirklich nette Bedienungen hatten und toll speisen konnten, bevor dann in Morrison’s Irish Pub ordentlich Party gemacht wurde. Highlights des Abends waren der Austausch vieler Geschichten vergangener Events, so dass wirklich die komplette Gruppe dauerhaft am Lachen war.

Mehr Bilder

Um euch einen besseren Eindruck vom Event verschaffen zu können, empfehlen wir euch einen Blick auf die Facebook-Fotoalben der offiziellen Seite:

Noch einmal danke an Cryptozoic sowie an alle Volunteers, die für ein echt cooles Event gesorgt hatten!

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