Warum auch Main Event spielen?

Nach einem äußerst erfolgreichen Tag 1 könnte man selbstverständlich meinen, dass die Erwartungen für den Rest des Wochenendes ebenfalls recht hoch wären. Da allerdings nicht wirklich die Zeit für eine ausgiebige Vorbereitung vorhanden war, rechnete sich das Bootcamp im Allgemeinen und ich mir im Speziellen nicht allzu große Chancen für das Event am Samstag aus. Unabhängig davon war es natürlich sehr schön, nicht nur die ganzen Jungs aus Leipzig und Umgebung, sondern auch noch ein paar Berliner vor Ort anzutreffen!

Ich hoffe, dass ich die anderen Camper noch mal dazu bekomme, euch ebenfalls von ihrem Trip zu berichten, doch meine DMF-Story ist schnell erzählt: Samstagmorgen drückte mir Christian ein Deck in die Hand, ich musste mir noch ein paar Karten zusammen leihen (danke an dieser Stelle an Mush, Janos, Albi und Dome!), dann bin ich glücklich 2:0 gegangen, ohne es wirklich zu verdienen, ich wurde einmal hart im Feature Match mit Jeremie Tiano dominiert und dann kamen noch 2 Wins und 2 Losses (in etwas geänderter Reihenfolge) und ich droppte.

archives-boosterAb ins nächste Side Event, denn so ein Dunkelmond-Jahrmarkt bietet ja jede Menge Optionen! In diesem Fall lautete diese: Archives Draft oder Schlafen. Mein Telefonjoker bestätigte mich in der Entscheidung, mein Glück im Archives Draft zu versuchen und somit musste ich mich erstmal mit den extrem ausgefallenen Regeln vertraut machen. Ich erkläre sie euch gerne kurz, da Tommis Ideen hier wirklich witzig waren:

  • Es werden jeweils 2 Archives Booster zusammen genommen und wie gewohnt verdraftet…
  • … mit der Ausnahme, dass ihr beim ersten Pick (und wirklich NUR beim ersten Pick) 2 Karten aus dem Booster nehmen dürft.
  • Wenn man keinen Helden draftet, bekommt man einen „Blank Hero“ vorgesetzt, der kein Volk (!) hat, dafür aber selbstverständlich eine Fraktion (Horde oder Allianz) sowie eine Klasse. Wie bei allen neuen Helden hat er keine „Skillung“ und ihr könnt euch frei für ein Talent entscheiden.
  • Da Verräter-Karten kein „Talent“ sind, könnt ihr nur dann Verräter-Karten spielen, wenn ihr einen Verräter-Helden nehmt.
  • Es wird Best of 1 gespielt (dank Ekop).

Das Format war definitiv mal „was Anderes“, aber mit meiner recht geringen Erfahrung mit dem Format sowie der Tatsache, dass neben mir 2 andere Leute am Tisch in den Mage gegangen sind, wurde das dann mal nichts…
Trotzdem Kudos an das Judge-Team, das jede Menge Brainpower in das Format gesteckt hat!

Weiter also mit dem zweiten iPod Draft des Wochenendes, bei dem ich im ersten Pick einen Emerald Treewarden über eine der beiden spielbaren Paladin-Rares nehme, nur um am Ende doch im Paladin zu landen. Mein rechter Nebenmann Zoran hatte die Karte, die bis zu ihm getabled ist, aus dem Booster genommen, um „mal etwas auszuprobieren“. Natürlich geht er im zweiten Booster komplett leer aus, da ich die beiden Inquisitionen sowie alle anderen besseren Paladin-Fähigkeiten sowie 1 Waffe raus nehme, doch da auch er lucky eine Waffe öffnet, stört ihn das wenig. Im dritten Booster bekommt er noch mal eine Waffe gepasst oder macht wieder eine auf (letzteres ist wahrscheinlicher…) und am Ende spielt er mit 1 Paladin-Karte und 2 Waffen die Klasse.

Sein Experiment ging natürlich vollends auf, da wir gegeneinander gepaart werden (was etwas sehr seltsam ist, wenn man im Draft direkt nebeneinander saß) und er mich mit der Waffen + Ability-Combo 2mal überrennt. So viel zu diesem Draft…

Der Abend sollte dann gemäß unserer Lieblingstaktik „locker ausklingen lassen“ gemeinsam verbracht werden, doch wieder einmal schlug das typische Problem einer viel zu großen Gruppe zu – es bildeten sich Fraktionen und jeweils 4 – 5 Leute wollten ~ irgendwas ~ machen, was der Rest nicht machen wollte. Nachdem man sich einig wurde, dass man sich nicht mehr einigen würde – klingt komisch, ist aber so – begab sich der Rest des Bootcamps L.E. zurück ins Hotel, während das Bootcamp Berlin gemeinsam mit Ekop, Königin Henriette und Grobi erneut im Bee Jays feiern wollten.
Zwar war der Türsteher zunächst der Meinung, dass kurze Hosen und Sommerlatschen aktuell nicht ganz im Trend lagen, doch eine Belehrung des Inhabers, der von Ekop cool über unseren Kontostand informiert wurde, brachte ihn auf den aktuellen Stand und man ließ uns schließlich doch noch in die Disko+Restaurant-Combo. Ebenfalls erwähnenswert an dieser Stelle: Wir lernten die „polnische Diskussions-Strategie“ von Wojtek kennen, die zukünftig häufiger zum Einsatz kommen könnte. Ihr könnt euch darauf gefasst machen, dass ihr keine Live-Diskussion mehr mit mir gewinnen werdet!

Im Bee Jays gab es dann fast einen Fallout mit der Bedienung, die allergisch auf „schnippen“ reagierte. Ins Polnische übersetzt bedeutet „schnippen“ nämlich: „Move your ass, biatch!“ Sie war (nachvollziehbarerweise) nicht ganz mit der Ausdrucksweise einverstanden und da man das Argument „Kommunikationsproblem dank Fremdsprache“ nicht verständlich machen konnte (bzw. Wojtek es nicht übersetzen wollte), stand zumindest ich etwas gebrandmarkt da…
Wir sind glücklicherweise trotzdem nicht aus der Bar geflogen, hatten einen netten Abend und somit ging’s erneut zurück ins Hotel.

Da unser Fahrer Vitus, der bereits im Morgengrauen fast 3 Todesfälle verursacht hätte (was der Frust wegen einer geplatzten Hose dank „FAT ASSES!“ alles mit Menschen anstellen kann…), nicht mehr anwesend war, stellte sich nun die Frage: Laufen oder Taxi? Das Match-Up für Laufen war relativ gut, da der Regenschauer, der uns auf dem Weg zum Bee Jays ordentlich die Laune verderben wollte, mittlerweile aus dem Turnier gedroppt war. Die rein geboardeten Argumente „Kompass“ und „Umgebungskarte“ brachten dann auch den erhofften Swing zu Gunsten von Laufen und so konnten wir uns noch ein wenig die Füße vertreten.
Erwähnenswertes Vorkommnis bei dieser Aktion: Wir waren uns nicht 100%ig sicher, wo wir genau waren (die Karte war also doch nicht so hilfreich) und stießen entlang des Weges auf eine Umgebungskarte, die man in Städten schon mal antrifft. Wir warfen einen Blick auf die Karte und wurden dabei „kalt erwischt“ – im wahrsten Sinne des Wortes, denn eine Sprinkleranlage verschaffte uns eine unverhoffte sowie unerwünschte Erfrischung mitten in der Nacht (super empfehlenswert übrigens, Sprinkleranlagen nicht auszuschalten, wenn es zuvor stundenlang regnete…).

Nun ja, wir kamen gegen 2 Uhr im Hotel an und konnten so ein weiteres Mal mehr als 6 Stunden Schlaf tanken – recht ungewöhnlich für so ein großes Turnier, wenn ihr mich fragt, jedoch eine willkommene Abwechslung. Wie habt ihr den zweiten Turniertag erlebt und was haltet ihr vom Turnierbericht? Lasst es mich in einem Kommentar wissen!

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